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elegante Druckverfahren

April 2019

Schlitten oder Schablone

Wie kommen unsere Designs auf den Stoff? Welche Druckverfahren gibt es? Und was hat Schlittenfahren damit zu tun? Ein Überblick.

Jeder Entwurf, den wir für eine elegante Kollektion ins Rennen schicken, hat das gleiche Schicksal. Er gerät unter Druck. Entweder digital oder mit einer Schablone. Beide Verfahren arbeiten ganz unterschiedlich, damit Muster und Farben schließlich auf einem Stoff landen.

Hochwertige Bettwäsche: Digital- oder Rotationsdruck

Beim Schablonendruck, dem sogenannten Rotationsdruck, ist für jede Farbe eines Entwurfs eine Schablone notwendig. Die Schablonen kann man sich als perforierte Walzen vorstellen, die wie beim Siebdruck Farben an einer bestimmten Stelle durchlassen. Ganz anders geht es beim Digitaldruck zu. Er arbeitet wie ein Tintenstrahldrucker. Dabei wird die Farbe durch Düsen gepresst und in Form winziger Tropfen auf die Textiloberfläche aufgetragen. Der Weg eines Entwurfs führt sozusagen direkt vom Computer auf den Stoff.

So entstehen elegante Pinguine

Ein Dessin unserer elegante Bettwäsche Kollektion war zum Beispiel der Pinguin. Für den Rotationsdruck wurde er zunächst in vier Farben zerlegt, weil jede Farbe mit jeweils einer Schablone gedruckt wird. Im Falle unseres Pinguins bedeutet das: eine Schablone für Augen und Rücken in schwarz, eine Schablone für den weißen Bauch, eine dritte für Farbverläufe innerhalb des Gefieders und eine für den Hintergrund. Eine aufgespannte Stoffbahn nimmt nun Fahrt auf und läuft unter den immerzu rollierenden Schablonen her.

Jetzt werden nacheinander die einzelnen Farben aufgetragen. Bleibt man an der ersten Schablone stehen, begegnen einem immer nur schwarze Augen und schwarze Rücken. Einen Schritt weiter wird der weiße Bauch sichtbar. An der letzten Schablone entsteht aus allen Bestandteilen endlich das Bild unseres Entwurfs – der Pinguin.

1.800 Meter in einer Stunde

Ob wir ein Design digital oder mit Schablonen drucken, hängt zunächst von der Zahl der Farben ab. Bei einem Entwurf, der sehr vielfarbig ist und weiche Abläufe innerhalb der Motive hat, von hell auf dunkel, die ineinander übergehen, ist klar: So ein Dessin drucken wir digital. Theoretisch wäre es möglich, alles digital zu drucken. Aber die Produktivität bei einer Rotationsmaschine ist nach wie vor höher als beim Digitaldruck. Der Rotationsdruck druckt im Schnitt 30 Meter in einer Minute, das sind 1.800 Meter in der Stunde. Der moderne Digitaldruck schafft davon vielleicht maximal 20 Prozent.

Wann lohnt die Schlittenfahrt?

Unter anderem ist es die Farbtiefe, die das Tempo beim Digitaldruck bestimmt. Das heißt: je dunkler die Farben, desto langsamer fährt der Schlitten, in dem die einzelnen Farbpatronen sitzen. Ganz einfach weil dann mehr Farbe aufgetragen werden muss. Auf der anderen Seite kann der Digitaldruck jedes Bild erzeugen, weil die Farbzahl unendlich ist. Beim Rotationsdruck sind dagegen maximal zwölf Schablonen im Spiel und damit nur Entwürfe mit maximal zwölf Farben machbar.

Der Rapport unserer Bettwäsche: eleganter Taktgeber

Last but not least spielt der sogenannte Rapport eine große Rolle bei der Frage, drucken wir digital oder mit Schablone. Dabei handelt es sich um das kleinste, sich wiederholende Element eines Musters. Mehrfach aneinandergesetzt, läuft das Motiv nahtlos weiter. Der Rotationsdruck hat abgepasste Rapporte, weil der Umfang einer Schablone festgelegt ist. Dagegen ist die Größe eines Musters beim Digitaldruck frei wählbar.

Unsere Entscheidung „Schlitten oder Schablone“ hängt also von ganz unterschiedlichen Kriterien ab. In einem Punkt sind beide Verfahren allerdings vollkommen gleich. In der ausgezeichneten Qualität.